Ein unachtsamer Moment, ein falscher Schritt. Es ist eine beeindruckend Erfahrung, so dicht am Plateaurand des Grand Canyons zu stehen, am Abgrund zu sitzen und die Beine baumeln zu lassen.

Grand Canion

Unsere Reise an der Westküste führte uns von LA bis zum Grand Canyon. Quer durch die Wüste, die Straßen waren langsam immer weniger befahren und die kleinen Städte immer weiter voneinander entfernt.

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Und dann kamen wir endlich an im Grand Canyon Nationalpark. Man fährt dort an wunderschöner Landschaft vorbei und darf dem eigenen Radio Sender des Grand Canyon Nationalparks lauschen. Wir dachten, wir geben uns den Grand Canyon voll und ganz und haben uns 2,5 Tage Zeit genommen und den North Rim und South Rim angesehen. Und da man hier natürlich nicht den kürzesten Weg vom Norden in den Süden nehmen kann, hatten wir dazwischen unzählige Kilometer beeindruckende Landschaft. In diesem Beitrag muss ich euch einfach unzählige Bilder zeigen, da diese einfach mehr sagen als Worte.

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Aber ein paar Worte hab ich trotzdem noch für euch. Weil ich so beeindruckt war muss ich euch einfach von dem Naturschauspiel erzählen. Das wird jetzt wohl in einer Art Geographieunterricht enden. Wer nicht aufpassen will scrollt am besten nur über die Bilder 😉

Grand Canion

Der Grand Canyon ist ein tiefes Tal mit steilen Rändern und wurde über viele, viele Jahre hinweg vom Fluss Colorado in den Staat Arizona gegraben. Der Grand Canyon wird als eines der sieben Naturwunder angesehen und wurde in 1979 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Hat er sich verdient!

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Der Grand Canyon ist 446 km lang, um die 29 km breit und über 1800 Metern tief. Wie schon oben erwähnt wurde er durch den Colorado River gebildet und dabei fast zwei Milliarden Jahre an geologischer Geschichte der Erde freigelegt. Das heißt, der Colorado River hat sich durch die verschiedensten Stein-Schichten gegraben um heute dort fließen zu können wo er fließt. Durch die aussergewöhnlichen Dimensionen des Canyons haben sich auch am Nord- und Südrand unterschiedliche Tierarten entwickelt und angesiedelt.

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Nachdem wir uns den North Rim und den South Rim angesehen haben, konnten wir feststellen, die meisten Besucher das Spektakel vom South Rim aus verfolgen. Eine Straße führt hier mehrere Kilometer weit dem Rand entlang und gibt an einigen Stellen den Blick auf den Colorado River freu. Der North Rim dagegen ist ein bisschen umständlicher zu erreichen touristisch auch weniger erschlossen. Aber gerade deshalb aufgrund seiner ruhigeren Abgeschiedenheit, hat es mir dort so gut gefallen. Wir sind dort sogar ein Stück runter geklettert. Wer möchte kann einen bequemeren Weg wählen und mit Maultieren runtersteigen. Wir haben dort die Ruhe und Aussicht genossen und sind ein bisschen herumgeklettert, haben gepicknickt und einfach nur genossen.

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Der South Rim ist irgenwie wieder ganz anders. Deutlich touristischer, aber nicht weniger beeindruckend! Die meisten Besucher schauen nur von den Plateaurändern in die Tiefe. Aber von einem der Ranger haben wir spannende Geschichten gehört, was so am Grand Canyon für spannende Ausflüge stattfinden, von Besuchern die sich klar überschätzen. Es gibt zwei Wanderwege in die Tiefe. Nur wirklich gut trainierte Wanderer können es runter und wieder rauf an einem Tag schaffen, vor allem da man im Sommer von Sonnenschein und 40°C begleitet wird. Übermotivierte Touristen versuchen trotz Warnung immer wieder, die Wanderung an einem einzigen Tag zu meistern und das ohne ausreichend Wasser, Kopfbedeckung, vernünftiges Schuhwerk, manchmal sogar nur in Badeschlapfen. Einmal gab es einen Touristen, der sogar seine Tube mitnahm, weil er am Fluss Musik spielen wollte. Jedes Jahr müssen die Ranger über 300 mal in Not geratene Wanderer retten – aufgrund von Hitzschlag, Erschöpfung, Orientierungslosigkeit oder Sturz.

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Es war ein so beeindruckendes Erlebnis. Erst allmählich gewöhnen sich die Augen an die Weite der Schlucht und dennoch kann man das was vor einem ist nicht realisieren, weil es so beeindruckend ist. In Arizona, dem „Grand Canyon State“, scherzen die Einheimischen gerne: „You can’t miss the abyss“, den Abgrund kann man nicht verfehlen.

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